Artikel der Neuen Westfälischen vom 02.11.2013

Jeden Tag ein Türchen für den guten Zweck

Lions Club präsentiert zum elften Mal Adventskalender / 5.000 Exemplare für jeweils fünf Euro erhältlich

von Kristine Gresshöner

 

Bad Oeynhausen. Zwar enthält er keine Schokolade, doch verkauft er sich wohl ebenso gut wie die gefüllten Pendants – Lions-Präsident Michael Prümer ist sich da sicher. Gemeinsam mit Vizepräsident Udo Halstenberg stellte er den neuen Adventskalender des Lions Clubs vor. Dieser erscheint mittlerweile zum elften Mal und ist ab sofort im Handel erhältlich.

Zwar dauert es noch etwa sieben Wochen bis Heiligabend, doch der Lions-Vorstand ist zuversichtlich, dass die Kurstädter die 5.000 Exemplare wieder zügig wie gewohnt abkaufen. In diesem Jahr dient der Adventskalender als Los für 179 Preise aller Art mit einem Gesamtwert von über 20.000 Euro. Knapp über 100 Sponsoren haben sich eingebracht.

Der komplette Erlös, ohne Kostenabzug, kommt gemeinnützigen Projekten in der Region zu Gute: unter anderem einem Projekt zur Gesundheitsförderung und Suchtprävention bei Grundschulkindern. Auch die Kindergärten, die Musikschule, die Kinderklinik und ein Projekt für interkulturellen Austausch profitieren. Die Gelder, so der Plan, möchten die Lions-Mitglieder noch vor Jahresende überreichen.

Das winterliche Motiv stammt in diesem Jahr erneut von Fotograf Oliver Windus. „Wir suchen immer nach einem Motiv, das wirklich für die Stadt steht“, sagte Prümer. Ausgerechnet im Hochsommer recherchiere er am liebsten.

Die Nummern der Gewinnerlose erscheinen ab 1. Dezember täglich in der NW.

Artikel der Neuen Westfälischen vom 08.10.2013

Rustikaler Chique

Fotograf Oliver Windus setzt Möbel der Firma Treibholz in der alten Schokoladenfabrik in Szene

von Ulf Hanke

 

Löhne. Es ist angerichtet. Kerzen flackern vor dem Bretterverschlag, der Wind pfeift durch die Ritzen und letzte Sonnenstrahlen erhellen den nackten Beton. Das Fensterglas ist schon lange zerbrochen. Die alte Rehmer Schokoladenfabrik ist der richtige Ort, um Treibholz in Szene zu setzten.

Treibholz, das ist ein junges Start-Up aus Löhne. Die Firma baut Gartenmöbel aus Gebrauchsholz, die ausschließlich im Internet vertrieben werden. Und dort sind bisher nur Fotos zu sehen, die Treibholz vorm Kaiserpalais im Kurpark zeigen.

Das ist ohne Frage ein starker Kontrast, doch es geht krasser. Der Löhner Fotograf Oliver Windus hat die Möbel jetzt auf den Flugplatz Vennebeck und in die alte Rehmer Schokoladenfabrik ins rechte Licht gerückt.

Das Dinner vorm Bretterverschlag auf Treibholz-Tisch und Bänken ist nur eins von etwa 20 Motiven, die Oliver Windus im Auftrag der drei Geschäftsführer Thomas Kilian, Christian Wählen und Thorsten Keller in der Schokoladenfabrik gemacht hat. Wichtig war den Treibholz-Chefs dabei vor allem eins: Auf den Tisch müssen sechs Gedecke passen. Das Foto soll nämlich Restaurantbesitzer davon überzeugen, ihre Möbel für die Außengastronomie in Löhne zu ordern.

Das zweite Motiv an diesem Tag sind Lounge-Sessel. „Ich mag diesen Kontrast“, sagt Thorsten Keller und setzt sich erst mal selbst hinein. Der Tag war lang. Unten vor der Fabrik steht ein Möbelwagen des Küchenzulieferers Keller und Wehbrink. Diese Firma ist das erste geschäftliche Standbein von Thorsten Keller. Die Treibholz-Möbel im Internet-Vertrieb sind sein zweites. Und dafür legt der Chef auch selbst Hand an. Sämtliche Möbel mussten rauf in den zweiten Stock. Dort ist das Licht am besten und die Graffiti am schönsten.

Die Abriss-Immobilie in Rehme ist ein gefragter Ort für Film- und Foto-Shootings. Der Fotograf hat den Kontakt zum Eigentümer, dem Architekten Henning Bökamp hergestellt. Der denkt gar nicht daran, den Bau abzureißen, hat er neulich der NW verraten. Im Gegenteil: Die alte Fabrik könnte neue Heimstätte für junge Kreative werden. Für Leute wie die von Treibholz. Doch das ist Zukunftsmusik. Bis zum Umbau lockt die Fabrik die Kreativen nur mit ihrem morbiden Charme.

Auf dem grauen Lounge-Tisch steht eine Obstschale mit Bananen, Trauben, Äpfeln. Sie geben einen ebenso hübschen Farbtupfer wie das leuchtende Graffito an der Wand. Die Schokoladenfabrik transportiert ihre eigene über 100 Jahre alte Geschichte, genauso wie die Möbel aus Gebrauchsholz.

Oliver Windus drückt auf den Auslöser. Das Motiv ist im Kasten. Der Löhner Fotograf belohnt sich mit einem Schluck Tee aus der Thermoskanne, die aussieht wie ein Objektiv seiner Profikamera und lächelt versonnen. Dann zeigt er am Klapprechner das vorläufige Ergebnis. Zuhause wird er die Bilder noch nachbearbeiten.

In wenigen Tagen sind sie dann im Internet zu sehen.

Artikel der Neuen Westfälischen vom 02.06.2013

Unterwegs mit der fliegenden Kamera

Fotograf Oliver Windus nutzt für seine Arbeiten seit Beginn des Jahres eine Drohne

von Carolin Nieder-Entgelmeier

 

Löhne. Mit dem Einsatz von Drohnen verbinden viele Menschen lediglich Kriegseinsätze mit tödlichen Ausgängen und das teure Scheitern der Euro-Hawk-Drohne um Verteidigungsminister Thomas de Maizière. Doch Drohnen dienen nicht nur militärischen, sondern auch zivilen Zwecken, die neue Perspektiven in der Fotografie ermöglichen.

Wie diese neuen Perspektiven aussehen, weiß Fotograf Oliver Windus, der seit Anfang des Jahres eine Drohne zum Fotografieren nutzt. „Das Interesse an den Fotos und Filmen der Drohne ist groß“, erklärt Windus. Denn im Vergleich zu Flugzeugen komme die Drohne wesentlich näher an Gebäude und andere Objekte heran. Dadurch biete sie neue Perspektiven, weil die Drohne schnell und langsam, aber auch auf der Stelle fliegen könne, sagt Windus, der sich schon seit vielen Jahren für das Thema Drohnen interessiert.

„Bereits vor zehn Jahren kam ich mit einem Drohnen-Bauer in Kontakt, der ein Fotografen-Netzwerk in Deutschland aufbauen wollte“, erinnert sich Windus. „Doch das Netzwerk wurde nie aufgebaut, weil der Drohnen-Bauer in die USA ausgewandert ist.“ Trotzdem habe ihn das Thema nie ganz losgelassen. „Deshalb habe ich mich intensiv damit auseinandergesetzt“, sagt Windus. Denn bevor man eine Drohne starten kann, müsse man Genehmigungen des Bundesluftfahrtamts einholen und sich intensiv mit den rechtlichen Bedingungen des Einsatzes von Drohnen auseinandersetzen. „Fotos von Personen, Gebäuden und Grundstücken sind nur mit einer Einverständniserklärung möglich.“

An der Drohne von Fotograf Windus befindet sich eine Spiegelreflexkamera. Gesteuert wird sie mit einer Funk-Fernbedienung, an der Windus auch die Kameraeinstellungen vornehmen kann. „Deshalb habe ich immer die Kontrolle über die Drohne mit ihren sechs Rotoren“, sagt Windus. Theoretisch könne die Drohne auch GPS gesteuert fliegen, doch Windus bevorzuge die manuelle Flugweise.

Der Löhner Fotograf arbeitet auch mit dem Vermessungsingenieur Jens Schumann zusammen, um für die Ermittlung amtlicher Vermessungsdaten Luftaufnahmen der Diakonischen Stiftung Wittekindshof zu erstellen. „Man kann neben Gebäuden auch Baustellen oder Windkraftanlagen fotografieren. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt“, sagt Windus.

Mit den senkrecht aufgenommen Luftaufnahmen ermittelt Schumann die Größe der fraglichen Flächen. Ohne diese Möglichkeit müsste der Ingenieur umfangreiche Feldvergleiche vornehmen und seinem Kunden ein Vielfaches der Kosten berechnen. „Der Einsatz einer Drohne ist nicht günstig, im Vergleich zu allen anderen Verfahren aber deutlich günstiger, schneller und ganz aktuell“, lobt Schumann.

„Doch leider steht der militärische Einsatz von Drohnen zu oft im Mittelpunkt des Interesses“, bedauert Schumann. „Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Drohnen im zivilen und wissenschaftlichen Auftrag haben ein großes Potenzial und eröffnen nicht nur für das Vermessungswesen interessante Möglichkeiten.“

Das bestätigt auch Windus. „Für die Fotografie stellt die Entwicklung der Drohnen eine Revolution da“, macht der Fotograf deutlich, der sein unbemanntes Flugobjekt bis 100 Meter einsetzt. Denn bisher war es nicht möglich, durch Canyons, an Wasserfällen oder anderen Naturschauspielen zu filmen und zu fotografieren.

Auch für die Feuerwehr und die Polizei biete der Einsatz von Drohnen neue Möglichkeiten. „Unfälle oder Brände könnten ganz aktuell gefilmt werden.“ Oder auch Menschenmengen, „doch da man technische Defekte nie ausschließen kann, finde ich den Einsatz fraglich. Auch darf ich unter keinen Umständen mit der Drohne über Menschenmengen fliegen.“